Die Morphologically-Directed Raman-Spektroskopie oder MDRS® kombiniert die Verfahren der automatisierten Partikelbildgebung und der Raman-Mikrospektroskopie in einer integrierten Plattform.  Dies ermöglicht eine schnelle automatisierte chemische und morphologische Charakterisierung der einzelnen Komponenten in einer Mehrkomponentenprobe.

Zu den typischen Anwendungen der MDRS® gehören:

  • Bestätigung der Partikelgröße des Wirkstoffs (API) in einer pharmazeutischen Rezeptur
  • Vergleich der Partikelgröße und -form des Wirkstoffs in einem Referenzmedikament (RLD) oder generischen (Test-)Rezepturen – nützlich bei der Deformulierung und bei der Überprüfung der In-vitro-Bioäquivalenz
  • Verständnis der Auswirkungen von Prozessschritten oder -änderungen auf den Wirkstoff oder Hilfsstoff 
  • Bestimmung der Identität und Quelle der mineralischen Bestandteile in einer geologischen Probe
  • Identifizierung der Quelle von gefälschten Medikamenten durch die Analyse von chemischer Zusammensetzung, Anteilen und Morphologie der einzelnen chemischen Bestandteile


So funktioniert MDRS®: 

Die erste Stufe einer MDRS®-Messung besteht in der automatisierten Bildanalyse der dispergierten Probe.  Dadurch werden die Größe und eine Reihe an Formparametern für jedes einzelne Partikel zusammen mit seiner präzisen Position auf dem Objektträger bestimmt.  Diese Informationen werden dann verwendet, um die Raman-Spektroskopie-Analyse zu steuern, die zweite Stufe dieses Verfahrens.   

Einfach gesagt wird die Raman-Analyse bei einer zufällig ausgewählten Teilmenge der Partikel durchgeführt, wodurch der Anwender die unterschiedlichen Komponenten einer Probe chemisch identifizieren, Partikelklassen anhand dieser Zuweisungen erstellen und die relativen Anteile der einzelnen Komponenten bestimmen kann.  Eine morphologische Beschreibung der einzelnen chemisch identifizierten Komponenten kann dann in Form von Größen- und Formverteilungen erzeugt werden, wobei die Daten aus der automatisierten Bildanalyse verwendet werden. 

Wenn bestimmte Komponenten im Gemisch von Interesse sind, kann die Messung verfeinert werden, indem sie gezielt die Partikel mit einer bestimmten Morphologie chemisch analysiert, zum Beispiel Partikel mit einer bestimmten Größe oder mit Formparametern über einem bestimmten Wert. Durch die Fokussierung der Raman-Messung ausschließlich auf die Komponenten von Interesse können mehr dieser Partikel in einem bestimmten Zeitrahmen charakterisiert werden.